Mit Teebeuteln den Erdboden erforscht

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(djd). Ein sandiger Boden mit einem leicht sauren pH-Wert und einer hohen Zersetzungsrate in einem Kleingarten in Berlin-Moabit – hier vergrub Bundesforschungsministerin Anja Karliczek im April 2021 die ersten Teebeutel und startete damit die bundesweite Citizen-Science-Aktion „Expedition Erdreich“. Seitdem haben Tausende Bürgerforschende die Böden in ihrer Region untersucht und Teebeutel vergraben. Ihre Ergebnisse zur Bodenart, zum pH-Wert und zur Bodennutzung tragen sie in eine Online-Datenbank auf der Aktionswebsite ein.

Teebeutelaktion gibt Hinweise auf Bodenzustand
Drei Monate blieben die Teebeutel in der Erde. Danach wurden die Ersten in dem Berliner Kleingarten wieder ausgegraben. Sie wurden getrocknet, dann wurde ihr Endgewicht bestimmt. Die Daten werden zur Berechnung des sogenannten Tea-Bag-Index und der Zersetzungsrate im Boden genutzt. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erklärt hierzu: „Wir müssen unsere Böden als unsere Lebensgrundlage schützen. Das Erdreich spielt nicht nur eine entscheidende Rolle für die Sicherung unserer Nahrungsmittelproduktion, sondern als Lebensraum für Pflanzen auch für den Klimaschutz. Mit der Expedition Erdreich stärken wir das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert gesunder Böden und lenken die Aufmerksamkeit nicht nur auf landwirtschaftlich genutzte Böden, sondern auch auf das Erdreich in Wäldern, Gärten oder Parks." An der "Expedition Erdreich" haben sich Familien, Nachbarschaftsinitiativen, Landwirte, Vereine und Schulklassen beteiligt. Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte haben das Lehr- und Arbeitsmaterial für Aktivitäten im Freien genutzt und die Jüngsten für das Thema sensibilisiert.

Daten werden gründlich ausgewertet
Wenn bis Ende Oktober alle Teebeutel ausgegraben sind, werten die beteiligten Bodenwissenschaftlerinnen und Bodenwissenschaftler die von den Bürgerinnen und Bürgern erhobenen Daten aus. Aus den zahlreichen lokalen Einblicken leiten die Forschenden einen Gesamteindruck zum Bodenzustand in Deutschland ab, aus dem sich gegebenenfalls räumliche Muster ergeben oder regionale Vergleiche ziehen lassen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler prüfen auch, ob die von den Bürgerforschenden erhobenen Daten in das BonaRes-Bodenmodell (BODIUM) einfließen können. Auf dessen Grundlage sollen standortspezifische Handlungsempfehlungen für die Landwirtschaft abgeleitet werden, um Böden nachhaltiger zu nutzen, Bodenfunktionen zu erhalten und zu verbessern.

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