Widerspruchslösung bei Organspende – verschwiegene kritische Stimmen

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Spiegel online berichtete am 3. September 2018 Folgendes: „In der Debatte um weniger Organspender in Deutschland hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für eine sogenannte Widerspruchslösung ausgesprochen. Widerspruchslösung bedeutet, dass jeder automatisch als Organspender gilt – außer man selbst oder Angehörige widersprechen ausdrücklich. Bisher sind Entnahmen in Deutschland nur möglich, wenn jemand ausdrücklich zustimmt.“ Laut den Angaben der Deutschen Stiftung für Organspende habe die Zahl der Organspenden im vergangenen Jahr (2017) mit 797 einen Tiefpunkt erreicht. Der Stiftung Eurotransplant zufolge, die als Service-Organisation für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern verantwortlich ist, warteten Ende 2017 circa 7.600 Menschen auf ein oder mehrere Spenderorgane.

Wegen diesem Mangel an Spenderorganen wird in den Systemmedien seit langem einseitig für die Organspende geworben. Kritische und hinterfragende Stimmen zum Thema werden verschwiegen. Klagemauer.TV berichtete bereits in verschiedenen Sendungen darüber und hat im Folgenden die wichtigsten Punkte stichwortartig für Sie zusammengefasst:

Der Verein Kritische Aufklärung über Organspende, kurz KAO, lehnt die Widerspruchslösung ab und schreibt unter anderem in einer Pressemitteilung folgendes: - „Organspender sind keine verstorbenen, sondern allenfalls sterbende Menschen. Der Grund: Man kann nur lebendfrische Organe mit Aussicht auf Erfolg transplantieren, diese bekommt man nicht von toten Menschen, deren Herz nicht mehr schlägt. -

Hochrangige internationale Wissenschaftler bezeichnen eine Organentnahme als „justified killing“, auf Deutsch „gerechtfertigtes Töten“. Überhaupt ist die Gleichsetzung des unwiderruflichen Hirnfunktionsausfalles mit dem Tod des Menschen unter Wissenschaftlern in aller Welt hoch umstritten. Das Gleiche gilt für das dazugehörige Diagnoseverfahren, wie man den Hirntod bei Menschen feststellt. - Der Begriff „Spende” wird hier fälschlicherweise gebraucht, da die Widerspruchslösung einer Zwangsabgabe gleichkommt. Die Menschen werden von offizieller Seite nicht darüber aufgeklärt, was genau sie vor und während ihrer Organentnahme und der Hirntoddiagnostik zu erleiden haben. Wüssten sie davon, wäre es ihnen sicher nicht egal. - Ein friedvolles und behütetes Sterben, vielleicht im Beisein von Angehörigen, ist bei einer Organentnahme nicht möglich. Sterbebegleiter sind die Transplantationsmediziner, die in Teams anreisen und nacheinander die Organe entnehmen.“

Zum Ablauf der Organentnahme im Operationssaal berichten ausgebildete OP-Fachkräfte Folgendes: - „Die OP beginnt und ein riesiger Schnitt vom Hals bis zur Schambeinfuge öffnet den Körper. Das Brustbein wird aufgesägt, Brust und Bauch weit auseinandergespreizt. Jetzt ist es keine „normale Operation“ mehr. Der Vergleich zum Ausweiden drängt sich auf. So geöffnet, uns seine gesamten Organe darbietend, liegt nie ein Patient vor uns. - Hinter dem Tuch, oben am Kopf wird es unruhig, Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg beim Patienten. Er ist hirntot, er sollte keine Schmerzäußerungen zeigen, er darf keine Schmerzen haben! Oder doch? Wer kann das 100%ig sagen? War er schon tot oder haben wir das Sterben erlebt?

Auch unter Ärzten gibt es viele kritische Stimmen, die die Einführung der Widerspruchslösung ablehnen. Dr. med. Alex Frei aus der Schweiz, wohnhaft in Winterthur, schrieb zum Beispiel in der Schweizer Ärztezeitung folgendes: „Bevor wir über die Widerspruchslösung diskutieren, sollten wir meines Erachtens zuerst nochmals grundsätzlich die Legitimation der Transplantationsmedizin beurteilen, denn neueste wissenschaftliche Arbeiten kommen zum naheliegenden Schluss, dass beim Tod des Menschen seine Person und sein Körper stirbt. Das hat weitreichende Konsequenzen für die Transplantationsmedizin, weil somit hirntote Menschen, bei denen ja nur das Hirn, aber nicht der übrige Körper tot ist, nicht mehr tote, sondern sterbende Menschen sind. Ob bei sterbenden Menschen Organe entnommen werden sollten, muss neu beurteilt werden.“

Dr. med. Urs Aemissegger, ebenfalls aus Winterthur, brachte es wie folgt auf den Punkt: „Die Organspender versterben letztlich ‒ und dies im wahrsten Sinne des Wortes unwiderruflich ‒ an der Organentnahme.“

Sehr geehrte Damen und Herren, bis heute sind viele Fragen zum Hirntod und zur Organspende ungeklärt, aus diesem Grund ist die Einführung der Widerspruchslösung weiterhin abzulehnen.

 

von ch.

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